Gerardo Núñez y Carmen Cortés
Reunión Flamenca


Gerardo Núñez git
Carmen Cortés dance
Pol Vaquero dance
Rafael de Utrera vocal
Palomar vocal
Vicente Cortes git
Angel Sánchez "Cepillo" perc
Juan Miguel Cobos technician

Eine Flamenco-Show, so farbig und temperamentvoll wie nur selten. Vom puristischen Konzert für Gesang und Gitarre schlägt sie den Bogen bis zur Funken sprühenden Fiesta. In ihrer Mitte zwei der weltweit renommiertesten Protagonisten des zeitgemäßen Flamenco im heutigen Spanien: der Gitarrist Gerardo Núñez und die Tänzerin Carmen Cortés.

Gerardo Núñez, geboren 1961 in Jerez de la Frontera (Andalusien), gehört neben Paco de Lucia zu den wenigen Musikern des Genres, die auch mit Vertretern anderer Stilrichtungen zusammenarbeiten, etwa mit dem Star-Tenor Plácido Domingo, Pop-Idol Julio Iglesias, dem Harfenisten Andreas Vollenweider oder der Rock-Formation Mecano. Erst unlängst formierte er zusammen mit dem Trompeter Enrico Rava (I), dem Akkordeonvirtuosen Richard Galliano (F) und dem Bassisten Eberhard Weber (D) ein außergewöhnliches europäisches Quartett. Núñez besticht nicht allein als virtuoser und ausdrucksstarker Gitarrist; auch viele in Spanien bekannte Kompositionen

stammen aus seiner Feder.

Den internationalen Durchbruch brachte dem heute in Madrid lebenden Núñez das Album “Flamencos de Nueva York" (1989). Es folgten weitere Aufnahmen, unter denen vor allem “Jucal" herausragt. Dazu meinte der bekannte Flamenco-Kritiker Alvarez Caballero: “Selten glänzte die Flamenco-Gitarre durch so viel kraftvolles Können." Der amerikanische San Diego Union-Tribune ergänzte: “Voller Feuer und Leidenschaft . Wie der brillante Paco de Lucia bezieht Núñez Jazz-Elemente in den Flamenco ein und bleibt

doch der Seele seiner Musik immer nahe." Und das Fachmagazin Guitar Player kam zu dem Schluss: “Ein herausragender Techniker - wer das nicht ist, bringt es bei den hohen Maßstäben des Flamenco eh nicht weit. Viel bemerkenswerter sind deshalb sein unbestechlicher musikalischer Geschmack und seine Meisterschaft in der Verschmelzung unterschiedlicher Stile gut

und gerne eine der besten Gitarrenplatten des Jahres."

Die folgende CD "Calima" spielte Núñez mit illustren Gästen ein: dem Percussion-As Arto Tuncboyaciyan, dem Bassvirtuosen John Patitucci, dem

Pianisten Danilo Perez und dem Latin-Gitarrenduo Strunz & Farah. An ihr war auch Carmen Cortés beteiligt, die das Album mit flamencotypisch-rhythmischem Händeklatschen (palmas) anreicherte. “Calima"erntete allenthalben enthusiastische Kritiken und wurde u.a. mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik (2/1999) ausgezeichnet.

Mit seiner aktuellen Werk „Jazzpana 2“ geht Nunez nun noch einen Schritt weiter. Zusammen mit dem Pianisten Chano Dominguez brachte der Gitarrist im Sommer 2000 im Sonoland Studio zu Madrid eine imposante Truppe zusammen, diesmal mit deutlichem spanischen Übergewicht: der aus Barcelona stammende Bassist Carles Benavent und der Saxofonist Jorge Pardo aus der Band von Paco de Lucia, der Schlagzeuger und Percussionist Tino DiGeraldo aus Madrid, der in spanischen Bebop-Kreisen gefeierte Alt- und Sopransaxofonist Perico Sambeat aus Valencia, der Cajon-Spieler Cepillo, der franko-iberische Wunderbassist Renaud Garcia-Fons und schließlich die Gitano-Sängerin Esperanza Fernandez aus Sevilla. All diese Musiker sind seit langen Jahren um die Verbrüderung von Jazz und Flamenco bemüht. Nur miteinander hatten sie selten zu tun. „Jazzpana 2“ war die erste Zusammenführung dieser spanischen Ikonen. Die erhielten Unterstützung. Zum einen von sechs betagten Damen und Herren, die als Las Corraleras sogenannte Sevillanas singen tanzen und dazu mit Hilfe von Löffeln, Mörsern und Tamburinen faszinierende Rhythmen zaubern, dann von drei „auswärtigen“ Musikanten, dem in Chicago geborene und lebende Gitarrist Fareed Haque, der Amerikaner Michael Brecker und schließlich der Engländer Colin Towns, ein bekannter Film- und Fernsehkomponist, der sich mit dem „Mask Orchestra“ den Luxus einer eigenen Big Band hält und gerade mit der NDR Big Band furiose Arrangements von Kurt Weill-Klassikern einspielte..

Mit „Jazzpana 2“ gelang Nunez ein Album, das endlich einmal den Stellenwert der regen spanischen Jazzszene ins rechte Licht rücken möchte, da die dort ansässigen Musiker, im Vergleich zu den Jazzprotagonisten anderer europäischer Länder, eigentlich nur in ihrer Heimat einen hohen Bekanntheitsgrad genießen. Mit diesem Album schaffte es Gerardo Nunez auf Platz eins der deutschen Jazzcharts.

Für Carmen Cortés' weltweit bekannte Compañía de Danza schrieb Núñez verschiedene Werke, die in Koopertion mit dem spanischen Kulturministerium weltweit aufgeführt wurden, u.a. in der Oper Brüssel, dem Festival in Havanna/Cuba, in New York oder bei der Biennale in Sevilla. “Reunión Flamenca" ist das aktuellste Projekt in der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit des Gitarristen und Komponisten mit der Tänzerin und Choreografin.

Als Tochter andalusischer Eltern in Barcelona geboren, sammelte Carmen Cortés ihre ersten tänzerischen Erfahrungen außerhalb des Flamenco: Sie lernte klassischen Tanz an der Escuela del Ballet Nacional. Für das avantgardistische Tanzstück “Acontraluz" formierte sie ihre eigene Kompagnie. In “Flamenco-Flamenco" zeichnete sie die Geschichte und Entwicklung des Genres, in “Cantes de ida y vuelta" seine hispanoamerikanischen Bezugslinien nach.

Mit Gerardo Núñez erarbeitete sie ein Stück für die Fusion von Flamenco und Jazz und schloss sich damit der Bewegung des Jungen Flamenco an. 1993/94 unternahm sie mit “El amor brujo" eine Tournee für das spanische Kulturministerium, wobei sie ihren Tanz von vier Flamenco-Gitarren begleiten ließ. 1995 realisierte sie eine Hommage an Spaniens Nationaldichter Federico García Lorca, um dann im folgenden Jahr dessen berühmtes Stück “Yerma" zu choreografieren - Komposition und musikalische Leitung: Gerardo Núñez. Mit ihm schuf sie überdies 1997 eine Flamenco-Version von Oscar Wildes “Salomé". Ihr bislang letztes Stück, “Racial", stellten die beiden anlässlich der Universiade '99 in Palma de Mallorca vor.





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